Zeit hat man nur, wenn man sie sich nimmt.
Karl Heinrich Waggerl
Und genau das mache ich jetzt: ich nehme mir die Zeit für meinen Jahresrückblick.
Hallo an alle, die meinen Beitrag lesen.
Im November hatte ich ja fest versprochen, dass ich die fehlenden Monate nachträglich hier Revue passieren lasse. Ich hatte so an die nächsten ein bis zwei Wochen nach dem Post gedacht. Das war offensichtlich zu optimistisch. Aber vielleicht hattet Ihr ja ohnehin keine Zeit für „einfach nur mal was lesen“.
Heute sitze ich ungeplant in Ungarn fest und nutze die Zeit.
Mein Rückblick beginnt im
MAI
„Unsere“ Störche in Ungarn sind wieder da, die beiden brüten sehr vorbildlich. Später wird es ein schweres Unwetter geben, wie es hier lange nicht gesehen wurde. Dieses Jahr gibt es keine kleinen Störche, sehr traurig, aber Natur eben.

Auch im Mai: seit zwei Jahren versuche ich, irgendwo in meinem Umkreis die Pestwurz zu finden. Einfach nur, um sie mal zu sehen. Immerhin ist sie eine imposante Pflanze, die man eigentlich nicht übersehen kann. Ganz nebenbei auf einer meiner Fotowanderungen habe ich sie gefunden: in Kockisch unterhalb der Hängebrücke.

JUNI
In diesem Jahr hatte sich das Johanniskraut (Tüpfel-Hartheu) an vielen Ecken in unserem Garten verbreitet. Vermutlich, weil ich versprochen hatte, für eine liebe Freundin viel als Teekraut und Johanniskrautöl zu verarbeiten. So sah mein Ölansatz im Juni aus:

Auch in diesem Jahr habe ich es wieder geschafft, einen Kuckuck zu fotografieren. Es ist eine langwierige Angelegenheit, weil diese Vögel einfach zu aufgeregt für die Kamera sind. Hat man sie endlich entdeckt, fliegen sie auch schnell wieder los. Aber hier ist er:

JULI
Ich weiß ja nicht, wie Ihr den Juli erlebt habt – überall schrieb man vom heißesten Juli aller Zeiten. Ich habe den Juli vor allem so in Erinnerung:
Aber auch das nervigste Regenwetter geht irgendwann vorbei und wir sind im
AUGUST
Im August reifen nun endlich alle die Pflanzen, die wir den ganzen Sommer über beim Wachsen und Blühen begleiten durften. Ich habe buchstäblich Stunden damit verbracht, die getrockneten Samen der Nachtkerze aus ihren winzigen Samenkammern zu pulen und keine vom Wind davontragen zu lassen. Auch die Brennnesselsamen sind nun getrocknet und werden vorsichtig von den Blütenständen abgerebelt. Im Winter verwende ich sie als Zutat zu Salaten oder Suppen.
Für Basilikum habe ich den idealen Standort gefunden und nun wachsen dort jedes Jahr die verschiedensten Sorten. Dieses Jahr war es so viel, dass ich ein Basilikum-Zitronen-Chilisalz daraus machen konnte.
SEPTEMBER
Der September ist ein ganz besonderer Monat. Manchmal noch richtig Sommer, manchmal schon Herbst. Immer aber mit Blüten und Früchten verbunden.
Der Lavendel war bereits getrocknet und ich habe dieses Jahr ein wirklich großes Glas davon als Vorrat zu Hause. An einem dieser „Noch-Sommer-Tage“ waren die Stieglitze in Nachbars Garten ganz wild auf die Sonnenblumenkerne. Der Hopfen ist nicht zu bändigen, er überwuchert alles, was erreichbar ist.
Eine schöne Szene konnte ich einfangen, als ein Kalb die Gänse auf der angrenzenden Wiese beäugte. Offensichtlich war die schnatternde Schar der kleinen Kuh nicht ganz geheuer, aber interessant.
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Der Monat September ist so voller Wachstum und Schönheit, da muss auch die Bildergalerie ein bisschen umfangreicher sein.
Wir haben alles versucht, um den Wein im Hof loszuwerden. Letzten Endes ist er schneller gewachsen als ich mit der Schere hinterher kam, aber doch so spät, dass nur ganz wenige Trauben gewachsen sind. Diese hier haben wir zufällig entdeckt, noch quietschesauer.
Meine Staudensonnenblume hat ebenfalls ihren perfekten Platz gefunden. Gekauft habe ich sie vor einigen Jahren mit drei kleinen Stängeln in einem 12cm-Töpfchen. Die Pflanze auf dem Foto habe ich durch Wurzelteilung vermehrt und nun brauche ich mich nicht mehr zu sorgen, ob sie diese Prozedur auch überstanden hat 😊.
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OKTOBER
So langsam ist nun aber der Sommer wirklich vorbei. Mein Johanniskrautöl ist fertig und muss nur noch in Fläschchen abgefüllt werden.

Trotzdem war es für ein bisschen Wassertreten manchmal noch warm genug. Und selbst die Muscheln im glasklaren Wasser haben Herz für Wasserbesucher gezeigt.

An einem wirklich kühlen Tag habe ich diese kleine Ringelnatter gefunden. Ich hatte schon befürchtet, dass sie nicht mehr lebt, aber sie wollte offenbar die letzten Sonnenstrahlen genießen. Kurz nach diser Aufnahme ringelte sie sich ins Gras davon.

NOVEMBER
Trotz aller Sabotageversuche meinerseits hat unser alter Rebstock die grünen in blaue Trauben verwandelt. Wir lassen sie hängen für die Vögel. Aber im nächsten Jahr versuche ich, den Wein kontrolliert wachsen zu lassen. Eine neue Aufgabe: Rebschnitt!

DEZEMBER
Mein Dezember war voll mit Terminen jeglicher Art. Die Besinnlichkeit kam zwar hin und wieder zu kurz, aber alle diese Termine waren schön. Eine Aktion, die aus einer spontanen Idee entstand, war die Weihnachtsgeschenke-Aktion auf der Autobahn A4 bei mir in Sachsen. Durch eine Go-Fund-Me-Aktion kamen über eintausend Euro zusammen, für die ich fünfzig Weihnachtsgeschenktüten für Trucker gepackt habe. Gemeinsam mit meinem Mann bin ich noch Heiligabend losgefahren und wir haben die Geschenke verteilt. Den Rest, den wir abends nicht mehr verschenken konnten, weil die meisten Trucker schon schliefen, haben wir am 25. verteilt. Es war eine große Freude auf beiden Seiten.
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Zum Ende des Monats zeigte der Winter schon ein bisschen, was er kann. Selbst am Balaton hatte er schon die ersten frostigen Spuren hinterlassen. Anfang Januar sollte es noch sehr viel frostiger werden, das zeige ich euch aber im nächsten Beitrag.
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Das war mein Jahresrückblick im Schnelldurchlauf. Aber zu acht Monaten jeweils einen Roman lesen möchte ja auch niemand.
Ich wünsche allen ein gesundes, frohes und glückliches neues Jahr! Ich hoffe, Ihr hattet ein wenig Spaß beim Lesen und seid neugierig auf das nächste Jahr. Ich versuche, wieder regelmäßiger zu schreiben. So bleiben für Euch gut verdauliche Geschichtenhäppchen und ich muss keinen Schreibmarathon absolvieren.
Alles Liebe,
Bianca














